Über den Trend, sich die Haare mit Roggenmehl zu waschen

Hast du schon davon gehört?

Hast du es auch ausprobiert?

Vielleicht ist dieser Trend auch an dir nicht spurlos vorbei gegangen. An mir zumindest nicht.

Jedoch bin ich ein Mensch, der so ziemlich jeden Trend erst einmal gründlich hinterfragt. So ging es mir auch beim Roggenmehl. Überall bei Youtube tauchten diese Videos auf und so viele Blogger schrieben darüber, wie achsotoll es wäre, sich die Haare mit Roggenmehl zu waschen.

Und ich so: „Ohnöö, nicht schon wieder so ein Trend, der in zwei Monaten wieder vergessen ist. Wie soll das gehen…sich die Haare mit Mehl waschen? Das gibt doch ne riesen Sauerei im Bad und dauert Stunden.“

Da meine Haare vom Tönen überstrapaziert sind, suche ich wieder nach Möglichkeiten sie zu pflegen und zu schonen. Ja, ich weiß, ich bin selbst schuld. Jahrelang habe ich die Blondierung raus wachsen lassen und dann pampe ich mir von einem auf den anderen Tag ganz spontan rot-pinke Farbe drauf. Ich hatte einfach ganz spontan Lust auf eine krasse Veränderung. Das sah 3 Wochen lang richtig gut aus…danach nur noch ausgewaschen und ungepflegt. Nun bin ich froh, dass es endlich Sommer ist und die Sonne kräftig scheint. Der perfekte Zeitpunkt, sich die Haare von der Natur wieder aufhellen zu lassen.

Momentan habe ich 10cm Ansatz mit meiner Naturhaarfarbe, dann kommen ca. 15cm rote Restfarbe und am Ende sind die Haare blond, von der Sonne. Ziemlich chaotisch sieht das aus. Nebenbei bemerkt sind sie glanzlos, unglaublich schwer zu kämmen und einfach nur noch lang und schwer. Also stand erst einmal ein Friseurtermin an um die alten kaputten Haare abzuschneiden. Davor wollte ich sie zum zweiten Mal mit Roggenmehl waschen. Ich muss das ja mal testen, bevor ich es verteufle. Aber ich muss weiter vorgreifen mit meiner Erzählung…

Ich dachte, wenn alle über „Haarewaschen mit Roggenmehl“ schreiben, muss wohl was dran sein. Leider hatte ich nur Dinkelmehl zu Hause und ich war zu faul extra wegen Mehl neu einzukaufen.

Ich mischte mir also ein Shampoo mit Dinkelmehl an, wusch es aus und war minimal verwundert, dass der Ansatz tatsächlich fettfrei war – also wie frisch gewaschen eben.

Allerdings stellte sich heraus, dass die Haare sehr schwer trocken zu kriegen waren und die Mehlpartikel danach überall waren. Auf meinem Kopf, auf meinem Körper, in meiner Wohnung. Ich ließ das erstmal sacken und stellte mir insgeheim die Frage, was Roggen besser konnte als Dinkel?!

Bei meiner Recherche fand ich heraus, dass Roggen als volles Korn, mit den Hülsen, gemahlen wird und Roggen somit anscheinend saugfähiger als andere Getreidesorten sei. Zudem sei der Glutenanteil in Roggen niedriger, sodass die Haare weniger zusammen kleben. Ok, interessant.

Beim nächsten Einkauf war dann auch Roggenmehl auf der Einkaufsliste. Danach wusch ich zum ersten Mal die Haare mit Roggenmehl und spülte sie danach mit einer Apfelessig-Wasser-Mischung. Und ich war tatsächlich begeistert!

Davor:

davor Roggenmehl Pampe

Währenddessen:

Pampe auf Kopp Apfelessig Mischung

Danach:

nach Roggenmehl Haare nach Roggenmehl

(das Bild rechts entstand ein Tag nach dem Haare waschen)

Vor meinem Friseurtermin tat ich das Gleiche wieder und erzählte der Friseurin davon. Sie empfand mein Haar als „gesund & griffig“, was viele andere Haare ja nicht sind, weil in Shampoos viele Weichmacher sind. Es waren keinerlei Mehlreste im Haar zu finden. Es war wie frisch gewaschen. Und es roch nach mir. Nicht nach Duftshampoo, nicht nach Apfelessig, nicht nach Roggenmehl, sondern nach mir. Ich mag das. Wer mich kennen lernt, kann mich entweder riechen oder eben nicht riechen. Ich rieche nach mir. Man lernt mich kennen und beurteilt mich nicht anhand eines Deos oder eines Parfums. Ich werde aufgrund meines Eigengeruchs gemocht, oder eben nicht…

Zurück zum Roggenmehl:

Seitdem ich meine Haare mit diesem Mehl wasche, brauche ich viel weniger Haarwäschen. 1-2x pro Woche ist vollkommen ausreichend. Die Haare sind 3 Tage lang nicht fettig, auch nicht am Ansatz.

Die Haare sind wieder kämmbarer und in meinem Fall glatter. Ich weiß nicht, wie sich das von Kopf zu Kopf bemerkbar macht, aber in meinem Fall erzeugt es weniger Wellen.

Das Anrühren und Auftragen ist etwas Zeit intensiver, fast wie eine Zeremonie, aber man spart sich die Zeit, die sonst normalerweise für das „ich muss meine Haare alle zwei Tage waschen“ draufgeht.

Hier meine Anleitung:

  • 6 EL Bio Roggenmehl mit Wasser zu einer nicht allzu festen Pampe anrühren
  • die Pampe wie eine Tönung Haar Partie für Haar Partie auf den Ansatz auftragen. Der Rest der Haare wird später durch das Ausspülen mit gewaschen.
  • 10-15 Min ziehen lassen und gründlich ausspülen
  • 5 EL Apfelessig in einer kleinen Schüssel mit Wasser mischen und die Haare damit spülen
  • alles gut ausspülen und die Haare danach trocknen oder Luft trocknen lassen

Ich verwende Bio Roggenmehl Typ 1150 und den Bio Apfelessig von Alnatura.

(Für den Direktlink auf die Produkte klicken)

Ich bin gespannt, wie lange ich das noch so machen werde. Warscheinlich werde ich meine Haare bestimmt das eine oder andere Mal wieder mit Shampoo waschen. Aber so lange ich Lust habe, bleibt es beim Roggenmehl. Mein Geldbeutel freut sich auch darüber. Und es macht Freude, sich nicht alle zwei Tage die Haare waschen zu müssen.

Also, hophopp, ab ins Bad, Haare waschen! 🙂 Lass mich in den Kommentaren unten wissen, wie es dir damit ergeht.

About the Author:

Ich liebe Essen. Sonne. Barfuß. Vogelzwitschern. Grillenzirpen. Konzerte. Gute Gespräche. Gärtnern. Meer. Wasser. Farben. Neues entdecken. Inspiration. Vertraut sein. Gute alte Werte. Famile. Singen. Rad fahren. Wald. Gesund sein. That´s what makes me happy! Die einfachen Dinge im Leben...alles kostenlos!

Leave A Comment