Scheinschwangerschaft bei Hunden – was tun?

Heute möchte ich mal über ein ganz anderes Thema schreiben. Meine Hunde sind seit nun zwei Jahren zu meinem großen Lebensinhalt geworden. Daher wird es in Zukunft auch öfter mal einen Beitrag über Hunde geben. Sie bringen mich jeden Tag aufs Neue zum „freudestrahlen“, also gehören sie auch auf diese Seite 🙂

Beide Hündinnen sind sehr verschieden, charakterlich, als auch körperlich. Meine Lola ist leider nach jeder Läufigkeit scheinschwanger. Bella dagegen, war schon mal Mama und hat zum Glück null Probleme mit Scheinschwangerschaft. Dafür hat sie schlechte Zähne. Jedes Tier ist quasi ein Extra-Projekt und ich lerne von und mit beiden sehr viel. Der Anfang ist meistens sehr schwer und dann ergeben sich aber auch meistens tolle Dinge daraus.


So, nun zum Thema Scheinschwangerschaft bei Hunden:

Kennt ihr das? Der Hund ist in dieser Zeit einfach nicht sich selbst, ist hormonell komplett durcheinander, eventuell aggressiv, verteidigt seine Spielsachen und dieser ganze Wahnsinn hält 3 Wochen lang an…“HILFE, dachte ich beim ersten Mal. Hilfe, wie komme ich da nur raus. Hätte ich mir bloß keinen Hund zugelegt.“ (haha, sag ich nur. Mittlerweile kann ich darüber lachen.)

Scheinschwangerschaft beim Hund ist eigentlich etwas Gutes, von der Natur so vorgesehen und logisch erklärbar. Wenn eine Hündin bei der Geburt stirbt oder die Welpen aus irgendeinem Grund nicht säugen kann, ist immer noch eine andere Hündin im Rudel, die sozusagen durch die Scheinschwangerschaft Milch produziert und die Welpen weiter versorgen kann. Eigentlich eine ganz tolle Erfindung der Mutter Natur. Nun ist es so, dass wir Menschen selbst nicht mehr sehr naturverbunden leben und daher die Scheinschwangerschaft abschaffen wollen, weil wir nicht mit den Symptomen klar kommen. Soviel zu den Fakten. Nun zur Praxis:

Beim ersten Mal war ich wirklich komplett überfordert. Lola war emotional total aufgelöst und lief schon seit Stunden jammernd durch die Wohnung, fand keine Ruhe. Es war natürlich nachts und am Wochenende – zu einem Zeitpunkt, an dem man ungern zur Tierklinik fährt. Ich bin sowieso ein Mensch, der erstmal abwartet und eigenverantwortlich versucht, meinen Hunden zu helfen. Bei Google findet man super erste Hilfe Tipps und Selbsthilfe Anleitungen mit Alternativ-Medizin. Wenn der Hund allerdings Vergiftungs-Symptome zeigt oder Ähnliches, dann bin ich ganz schnell in der Klinik. Man entwickelt mit der Zeit ein Gespür dafür, ob man abwarten kann oder es ein Notfall ist. Beim Notfall denkt man nämlich nicht lange nach, sondern reagiert nur noch, weil man unter Adrenalin steht.

Ich war damals gerade in der Ausbildung für meine Entspannungsmethode, aber eigentlich erstmal nur für die Anwendung für Menschen. Als ich dann nachts nicht weiter wusste, rief ich die Klinik an und fragte um Rat. Telefonisch wurde mir nur dazu geraten, Lola kastrieren zu lassen oder Hormon-Tabletten zu verabreichen. Beides wollte ich nicht. Also musste ich ihr selbst helfen. Die Griffe dieser Entspannungsmethode („BowTech“) sind beim Menschen ähnlich wie bei Hunden. Damals wusste ich das nicht, aber mittlerweile habe ich mich weiter gebildet. Ich nichts zu verlieren und probierte es aus…

Was dann passierte war der absolute Hammer! Ich wandte zwei bis drei Entspannungsgriffe an und sie kringelte sich sofort ein und schlief. Ich war so baff, dass ich dachte „das will ich beruflich machen!“. Wenn man damit Hunden und anderen Tieren die Chemiekeule ersparen kann, möchte ich mein Wissen unbedingt verbreiten und daher schreibe ich auch heute diesen Blog-Eintrag.


Nun zum Tipp Nummer 2: Was noch sehr hilfreich ist, sind Himbeer-Blätter und Quarkwickel.

Für die genaue Rezeptur müsst ihr euch im Internet schlau machen, da meine Hunde weniger wiegen als viele andere. Ich nehme einen Teelöffel Himbeer-Blätter und mache daraus Tee. Die Blätter gibt es in der Apotheke zu kaufen oder beim Nachbar zu klauen (Spaß!).  Manche köcheln den Tee minutenlang, damit es intensiver wird und verabreichen dann pro Tag nur ganz wenig. Es gibt wahrscheinlich mehrere Methoden und man muss seine eigene perfekte Methode finden.

Lola trinkt, nein saugt regelrecht, den Tee aus meiner Hand. Zuerst habe ich es mit der Spritze versucht (ohne Nadel natürlich) und als sie dann merkte, dass ihr der Tee gut tut, hat sie ihn direkt aus der Hand verschlungen. Das Tolle daran ist, sobald es ihr besser geht, verweigert sie ihn und braucht ihn nicht mehr. Ich muss dazu sagen, Lola hat nie Milcheinschuss, sondern lediglich (und das reicht schon) geschwollene Drüsen und die heftigen psychischen Symptome. Sie ist einfach komplett hormonell durcheinander in dieser Zeit. Bei Amazon gibt es den Tee in verschiedenen Varianten zu kaufen:


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Die Kuscheltiere müssen nachts einzeln mit uns ins Bett und sie kann erst schlafen, wenn alle Kuscheltiere (ihre Babys) bei ihr liegen. Ich habe viel darüber gelesen, dass man den Hunden während dieser Zeit die „Babys“ weg nehmen soll. Aber ganz ehrlich: ich habe es versucht und das verstört Lola komplett. Deswegen versuche ich schon alles während der Läufigkeit, die voran geht, weg zu nehmen. Aber sie will immer genau diese eine Quietsche Ente, die sie sonst das ganze Jahr über nicht interessiert. Macht bitte unbedingt, was euer Bauchgefühl euch in diesem Fall sagt. Ich spüre, dass es Lola mit ihren Kuscheltierbabys besser geht und ich merke daran, wann am Ende die Läufigkeit vorbei ist. Das ist nämlich dann, wenn die Kuscheltiere wieder wie Kuscheltiere und Spielzeug behandelt werden. Hunde sind clevere Wesen. Manchmal beneide ich sie, weil sie nicht soviel nachdenken, sondern intuitiv handeln.

Zu den Quarkwickeln möchte ich noch sagen: den Quark unbedingt NICHT kalt auftragen. Quark ist bei Zimmertemperatur immer noch leicht kühlend und in dem Zustand perfekt für Wickel. Ich mache die Quarkwickel auch nicht zu Beginn der Scheinschwangerschaft, weil es zu dieser Zeit oft noch mehr Schmerzen hervorbringt. Erst wenn ich merke, dass gegen Ende der Scheinschwangerschaft das Gesäuge nicht von alleine abschwillt, gebe ich 2-4 EL Quark in ein Tuch und lege die feuchte Seite auf Lolas Bauch. Der Quark kühlt dann leicht, gibt dem Körper Feuchtigkeit, saugt Giftsstoffe raus und lässt die Schwellungen abklingen. Bei Bienenstichen mache ich übrigens das Gleiche. Wir haben immer Quark zu Hause 😉

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Ihr könnt mit dem Himbeer-Blätter Tee auch wunderbar Bauch-Wickel machen. Man sagt den Himbeer-Blättern nach, dass sie die inneren Organe wie die Gebärmutter usw. entkrampfen und ich spüre jedes Mal, wie Lola dabei aufatmet und entspannt. Das ist wie bei uns Menschen, wenn wir Periodenkrämpfe haben, wollen wir auch keinen kalten Quarkwickel, sondern eher die warme entspannende Variante. Phase 1: wärmende Himbeer-Blätter Tees/Wickel , Phase 2: Quarkwickel


Man sagt auch, dass viel Ablenkung gut tut, daher versuche ich in dieser Zeit noch mehr Gassi zu gehen. Meistens ist Lola aber so aufgelöst, dass sie gar nicht raus will. Das ist wirklich alles andere als eine einfache Zeit für Hund UND Frauchen. Aber ich würde meine Hunde deshalb nie weggeben, sterilisieren lassen oder ihnen Chemie-Hormon-Bomben verabreichen. Bei Google fand ich einen schönen Blogeintrag, in dem es darum ging, diese Phase als gemeinsame Auszeit zu betrachten. In diesen Tagen lassen wir es uns einfach gut gehen und ent-stressen alles ein wenig.

Und was die Entspannungsmethode angeht, habe ich meine eigene Variante entwickelt, die ich seitdem auch bei anderen Hunden anwende, siehe Link, Dog-Chilling. Manchmal entstehen Berufungen eben aus der Not heraus, wenn man sich nicht weiter zu helfen weiß und dann entsteht am Ende etwas ganz Tolles draus.

Dog-Chilling

Fazit: Meine Hündin wird immer noch scheinschwanger, aber wir kriegen das jedes Mal alleine geregelt. Mit sanften, wohltuenden Methoden. Und die Phasen verlaufen immer milder. Man sagt, man solle die Hündin einmal decken lassen, damit die Scheinschwangerschaft nicht mehr aufkommt. Jedoch ist das mit Rücksprache meiner Tierärztin keine Lösung, da es anscheinend keine Verbesserung bringt. Bei manchen Hündinnen ist die Scheinschwangerschaft ausgeprägter als bei anderen. Ich finde, man sollte der Natur ihren Lauf lassen und die Hündin in dieser Zeit einfach sanft mit Naturheilmitteln unterstützen. Immerhin übernehmen sie den harten hormonellen Job der Mutterhündin, obwohl es gerade keine Welpen gibt 😉 Die Natur ist anscheinend einfach gerne auf alles vorbereitet 🙂

Ich hoffe, ich konnte euch inspirieren und euch einige Tipps mitgeben.

Alles Liebe für euch und eure Vierbeiner,

Patricia

 

 

DISCLAIMER: Meine Blogeinträge ersetzen keine Besuche beim Tierarzt, sondern dienen lediglich der Inspiration und erzählen von meiner persönlichen Erfahrung mit meinen eigenen Hunden. Wenn euer Hund krank ist, sucht bitte einen Tierarzt auf.

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