Alles über Rohkost und mögliche Entgiftungserscheinungen

Rohkost ist kein stupides Karotten-Gürkchen-Knabbern.

Was essen Rohköstler denn so den ganzen Tag?

Die Grundnahrung besteht aus:

  • Obst und Gemüse
  • Wildkräutern (z.B. Löwenzahn, Brennessel)
  • Nüssen (z.B. Cashew, Haselnüsse, Walnüsse)
  • Keimlingen (z.B. Mungbohnen-Sprossen)
  • Samen (z.B. Leinsamen, Chia-Samen)
  • Getreide (z.B. Buchweizen, Quinoa, möglichst Glutenfrei)
  • hochwertigen tierischen Produkten (möglichst roh)

Das alles sollte möglichst Rohkost-Qualität haben, frisch& biologisch sein, ohne chemische Zusätze.

Der Sinn der Rohkost besteht darin, dass man die Lebensmittel in ihrer Urform, naturbelassen, unverarbeitet zu sich nimmt und die Speisen nicht „totkocht“. Beim Kochen werden nämlich die meisten Nährstoffe zerstört. Bei Brokkoli ist Kalium zum Beispiel wasserlöslich, d.h. in gekochtem Zustand ist Brokkoli sehr Kalium-arm.

Das wichtigste bei der Rohkost ist, dass die Nahrung nicht über ca. 40 Grad Celsius erhitzt wird. Die winterliche Suppe wird daher nicht wie üblich gekocht, sondern zuerst gemixt, püriert und dann erst leicht erwärmt, sodass alles Inhaltsstoffe, Enzyme und Vitamine noch erhalten bleiben.

Es gibt allerdings auch Lebensmittel, wie z.B. Kartoffeln, welche man nicht roh essen sollte, da sie in rohem Zustand Gifte enthalten und auch schwer verdaulich sind. Daher dünsten viele Rohköstler ihr Gemüse etwas an.

Manche Rohköstler bemerken nach Jahren Mangelerscheinungen, wie z.B. VitaminB12-Mangel und nehmen dann tierische Produkte (Rohmilch, Eier, Fisch usw.) in ihre Ernährung auf. Ein VitaminB12-Mangel ist selbst auch mit Algen-Präparaten auf lange Sicht gesehen nicht zu beheben. Das darin enthaltene VitaminB12 ist ein sogenanntes Pseudo-VitaminB12, nicht verwertbar für unseren Körper.

Nicht umsonst gibt es den Begriff „Ausgewogene Ernährung“.

Jeder sollte seine Ernährung individuell gestalten dürfen, selbst bestimmend und frei.

Was möglichst vermieden oder in Maßen gegessen werden sollte:

  1. Industrie-Zucker: nahezu überall ist Zucker enthalten, billiger Zucker. Zu finden ist er nicht nur in Süßigkeiten und Fertiggerichten, sondern auch im Brot, in Wurst usw. Das ist einfach zuviel. Kinder werden von zuviel Zucker hyperaktiv, Zucker- empfindliche Menschen bekommen Diabetes (Zuckerkrankheit).
  2. Weizen ist einfach nicht mehr der ursprüngliche, wird von vielen nicht vertragen und kann Auswirkungen bis zur Schizophrenie zeigen. Viele leiden unter einer Gluten-Intoleranz, was leider auch Dinkel und Roggen usw. betrifft. Weitere Infos gibt es hier: http://www.nahrungsmittel-intoleranz.com/
  3. Tierische Produkte aus Massentierhaltung enthalten (Stress-)Hormone, Antibiotika und sehr hohe Mengen an Jod (in Deutschland wird Futtermittel zwangsjodiert). Ist es verwunderlich, dass in Deutschland immer mehr Hormonkrankheiten entstehen- Die Menschen unfruchtbar werden? Milch wird von der Industrie so verändert, erhitzt, dass der menschliche Körper nichts mehr damit anfangen kann. Es entstehen Laktose-Intoleranzen und Milcheiweiß wird auch immer schlechter vertragen. Kinder werden heutzutage nicht mehr gestillt, sondern mit industriell gefertigtem Milchpulver gefüttert. Wenn Milchprodukte, dann Rohmilch! Wenn Tierisches, dann hochwertige tierische Produkte vom Bio-Bauern um die Ecke!
  4. Fertigprodukte am besten ganz meiden. Farbstoffe, Konservierungsstoffe bringen dich eher ins Grab! Selbst kochen ist wieder angesagt! Dann schätzt man sein Essen auch wieder mehr. Und wenn es eben mal ein Döner sein muss, dann ein Döner ohne Fleisch und Soße, sondern mit viel Gemüse und die Soße selbst zubereiten. Mein Kompromiss ist: Pommes im Döner, statt Fleisch. Chips gibt es bei mir aus dem Reformhaus- mit 3 Zutaten: Bio-Kartoffeln, Öl, Meersalz. Punkt. Keine E-Nummern, kein Milchpulver, kein Zucker. So einfach ist das. Und es schmeckt zudem auch noch supergut!
  5. Kaffee, Alkohol, Drogen selbstredend, putscht auf, tut in großen Mengen einfach nicht gut. Ab und zu ein Glas Bier oder Wein, Bio-Kaffee für den Genuss in Maßen ist absolut okay. Die Dosis macht das Gift.

Alle diese ungesunden Lebensmittel wirken im Körper extrem Säure-und Schleim-bildend. Die Atemwege verschleimen, der Darm kann aufgrund von einer Schleim-Schicht nicht mehr richtig Nährstoffe aufnehmen. Ein übersäuerter Körper entzieht den Knochen Kalzium, was zu Osteoporose führt. Das Kalzium in der normalen Supermarkt-Kuhmilch ist vom menschlichen Körper nicht „verwertbar“, weil die Milch indrustriell so verändert wurde, dass es nur noch hormongeladenes Zuckerwasser ist. Deshalb sollte man eher auf  pflanzliches Kalzium zurückgreifen oder Rohmilch beim Bauern besorgen, die noch naturbelassen ist. (von Gras-fressenden Tieren aus Biohaltung.)

Also: Esse nichts, was in der Werbung angepriesen wird!- auch wenn deine Omi sagt „Immer schön viel Milch trinken, das ist gut für die Knochen.“ 

Als bestmögliche Alternativen gibt es:

  1. Agaven-Dicksaft, Honig, Melasse, Stevia, Ahornsirup, Kokosblütenzucker, Reissirup
  2. Teffmehl, Tapioka (für Desserts), Buchweizen, Kicherebsenmehl, Traubenkernmehl uvm.
  3. Soja: bitte in Maßen. Soja enthält natürliche Phyto-Hormone. Auch diese haben Auswirkungen auf unseren Körper, weil sie die Hormon-Rezeptoren im Körper blockieren, was die eigene Hormon-Herstellung verringern kann (nicht muss).
  4. Nussmilch – Cashew, Mandel, Sesam, Macadamia / Reismilch
  5. stilles Wasser (am besten gefiltert oder von einer Quelle), Tee, frischgepresste Gemüse- und Obstsäfte, Ruhe, Sport, Zeit. Wer ein Aufputschmittel braucht, kann auf Matcha-Tee, Grüntee und ab und zu Kaffee zurückgreifen.

 

Rohkost ist ein Lifestyle , der sich rund um die gesunde Ernährung dreht- und ziemlichen Spaß macht

Wenn man sich ein bisschen mit dieser Ernährungsweise befasst, öffnen sich einem komplett neue Welten. Es gibt so viele Obst-und Gemüsesorten, sodass man ständig etwa neues zu entdecken hat. Schon nach einer Woche Rohkost möchte man keine Nektarinen mehr aus dem Supermarkt essen, weil die aus dem Bio-Hofladen viel knackiger, fleischiger, frischer und intensiver schmecken. Man erkennt plötzlich die Qualität der Nahrung, die mit Liebe und Sonnenschein reift.

Es gibt Rohköstler, die ganz simpel essen, sich morgens 2 Liter Wildkräuter-Smoothie zubereiten und den ganzen Tag nur das trinken und komplett zufrieden damit sind. Es gibt aber auch Rohköstler, bei denen das „Auge mit isst“, sprich, sie zelebrieren ihr Essen regelrecht mit ausgefallenen Zucchini-Spaghetti mit Cashew-Sösschen und anderen Köstlichkeiten.

Meine Erfahrung mit der Rohkost:

Nachdem ich die Rohkost-Ernährung nun für mich seit 1-2 Jahren ausgetestet habe, wurde leider eine Fructose-Intoleranz festgestellt. Nun kombiniere ich Clean Eating mit Rohkost und es geht mir seitdem wieder viel besser! 100% Rohkost macht für mich keinen Sinn, weil ich in einer Welt lebe, in der ich ständig Versuchungen ausgesetzt bin. Zudem bin ich MENSCH und möchte mein Essen genießen. Sobald ich mich an 100% perfektionistischer Rohkost festklammere, habe ich keinen Spass mehr am Essen.

Nichtsdestotrotz bin ich seitdem um 1000 Erfahrungen reicher und bin sehr froh, viele glutenfreie und fructosearme Nahrungsmittel gefunden zu haben, die ich vielleicht ohne meine Rohkost-Reise nicht entdeckt hätte.

Wie würdest du Rohkost leben? Schreibe es unter diesen Artikel!

Entgiftungsterscheinungen kann es geben, muss es aber nicht.

Allerdings sollte man dabei nicht in Panik verfallen, denn diese Beschwerden zeigen nur an, dass der Körper schwer arbeitet und daher sollte man ihn schonen und  zugleich aber auch unterstützen.

Ich selbst hatte aufgrund meiner früheren Schilddrüsenkrankheit zu Beginn der Rohkost-Ernährung immer wieder Tage, an denen ich Schwäche-Zustände hatte. So eine Krankheit geht eben nicht von heute auf morgen weg. Ebenso hatte ich plötzliche Pigmentflecken, immer wieder Akne-Schübe und Kreislaufprobleme. Aber das ist alles nichts im Vergleich zu einer Schilddrüsen-Autoimmunkrankheit.

Mittlerweile, nach einem Jahr 80-90% Rohkost, habe ich Probleme mit Zucker. Ich kann nur noch schwer Bananen essen und bei Datteln schmerzen sofort meine Zähne. Ich denke, das liegt daran, dass ich zuviel Obst und zu wenig Grün und Samen gegessen habe.

Mein Tipp:

Da die Rohkost eine sehr basische Ernährung ist und der Körper immer im Säure-Basen-Gleichgewicht sein sollte, kontrolliere ich dieses mit Indikator-Papier. Diese ph-Urin-Teststreifen gibt es in jeder Apotheke für ca. 3-4€.

Sobald man eher im Säure-Bereich ist, sollte man viel Trinken und eher nährstoffreiches Gemüse (Spinat) und Wildkräuter zu sich nehmen und das Obst verringern. Ich bin davon überzeugt, dass man sich mit der Methode etwas unter Beobachtung hat und keine Fehler machen kann mit der Rohkost-Ernährung.

Schlaf, frische Luft und Bewegung unterstützen diesen Prozess natürlich auch!

Um Mangelerscheinungen vorzubeugen, sollte man nährstoffreiche grüne Gemüsesorten abwechseln, denn jedes Gemüse enthält andere wertvolle Nährstoffe.

Weitere unterstützende Maßnahmen findest du hier in diesem Video:

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